Geschichte von Märkisch-Friedland
im Überblick
|
13. Jh. |
Ansiedlung deutscher Bauern im dünnbesiedelten Deutsch-Kroner Land (Ost-Drage-Land) durch den Templerorden und slawische Fürsten |
|
um 1300 |
Höhepunkt der Expansion in der Neumark durch die Markgrafen von Brandenburg. Vorübergehende Inbesitznahme des Ost-Drage-Landes, Belehnung von brandenburgischen Adeligen (in Mk.-Friedland die Familie von Wedell) |
|
1303 |
Älteste Erwähnung der Siedlung "Nova Vredeland". Der Name ist vermutlich auf einen Siedlungszusammenhang mit der Stadt "Vredeland" in der nördlichen Mittelmark (heute "Friedland") zurückzuführen, die ursprünglich brandenburgisch, später mecklenburgisch war. Die Wiederholung von Ortsnamen in aufeinanderfolgenden Siedlungswellen bzw. -generationen war damals üblich. |
|
1314 |
von Brandenburg urkundlich bestätigtes (Magdeburger) Stadtrecht |
|
1368 |
Markgraf "Otto der Faule" von Brandenburg tritt das Ost-Drage-Land nach jahrzehntelangen Streitigkeiten an König Kasimir von Polen ab. Auch Märkisch-Friedland bleibt bis 1772 Teil des Königreichs Polen. De facto regiert jedoch der ortsansässige deutsche Adel v. Wedell unumschränkt und genießt erhebliche Freiheiten seitens der polnischen Krone. |
|
1409 - 1466 |
vorübergehende Verwaltung durch den Deutschen Orden |
|
1543 |
Reformation. Die religiöse Toleranz in Polen gestattet den v. Wedells einen Übertritt zum protestantischen Glauben, den sie bald nach der Neumark (1535) wahrnehmen. In der Folgezeit entwicklelt sich von Süden her ein erheblicher gegenreformatorischer Druck (Jesuiten), dem einige südliche Nachbargemeinden zum Opfer fallen. Märkisch-Friedland hingegen bleibt protestantisch. |
|
1593 |
Besitznahme durch die Familie v. Blanckenburg, Verwaltung bis 1836 |
|
Ende 16.Jh. |
Nach ihrer Vertreibung aus Brandenburg lassen sich in größerer Zahl Juden in Mk.-Friedland nieder. Diese profitieren von der Förderung durch die v. Blanckenburgs, dem toleranten Klima in Polen ohnehin sowie von der Grenzlage Mk.-Friedlands zu Pommern und zur Neumark. Eine zweite Zuwanderungswelle erfolgt um 1717. Die Juden (Bevölkerungsanteil zeitweise 50 %) verhelfen Mk.-Friedland zu einem blühenden Wirtschaftsleben, das seinen Höhepunkt Mitte des 18. Jh. erreicht. |
|
Anfang 18.Jh. |
Im Nordischen Krieg (1700-1721) zwischen Schweden und Polen erreichen die Drangsale durch Kriegseinwirkung ihren Höhepunkt. Sie werden begleitet von mehreren Pestepidemien. |
|
1772 |
1. Polnische Teilung: Preußen nimmt ganz Westpreußen und den Netzedistrikt, in dem Mk.-Friedland liegt, in Besitz. 1783 erhält Märkisch-Friedland seinen vollen Namen, wobei der Präfix "Märkisch-" einer postalischen Abgrenzung zu gleichlautenden Ortschaften in Preußen dient. |
|
Ende 18.Jh. |
Der
Gründer und erste Direktor der Berliner Gewerbeschule, Karl
Friedrich Klöden (1786-1856) verlebte als Sohn eines
preußischen Unteroffiziers seine Kindheit von 1796-1800 in
Mk.-Friedland. In seinen Erinnerungen beschreibt er die damaligen Lebensverhältnisse. |
|
1890 |
Brand des Schlosses |
|
1900 |
Eisenbahnanschluß an die Strecke Kallies-Falkenburg |
|
1918/19 |
Nach dem Ende des 1. Weltkriegs fallen die größten Teile der Provinzen Westpreußen und Posen an Polen. Die verbliebenen Landstriche werden zunächst als neue Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen mit Sitz Schneidemühl zusammengefaßt. 1938 wird die Provinz aufgelöst und geht größtenteils als Regierungsbezirk Grenzmark Posen-Westpreußen in der Provinz Pommern auf. |
|
1945 |
Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wird Märkisch-Friedland polnisch (Miroslawiec) |